E-Health: Nachwuchsmediziner sezieren Gesetzentwurf
Künftig werden Jungärzte in Praxis und Klinik stürmen, die das Internet in die Wiege gelegt bekamen. Medizinstudenten, die sich als Digital Natives verstehen, nehmen nun in einem Essay den Referentenentwurf zum E-Health-Gesetz auseinander.

Leserkommentare [5]

[28.02.2015, 09:10:39]
Dr. Matthias Schreiber 
Unlösbares Problem 
Autor Wallenfells schreibt: "Da in vielen Praxen und Kliniken teilweise noch analog mit physischen Patientenakten gearbeitet werde, berge dies die Gefahr, dass sich unberechtigte Dritte Zugriff auf die Gesundheitsdaten anderer Patienten verschaffen könnten - zum Beispiel beim Warten im Sprechzimmer, wenn die entsprechenden Akten nicht unter Verschluss sind."
Das mag korrekt sein, aber die Gefahr, dass sich tausende Mitarbeiter in einem Krankenhausinformationsystem am Stationsrechner unbefugt Informationen holen können ist um Potenzen höher - wie immer wieder lesbar ist.
Es ist ein unlösbares Problem: Allein schon die Tatsache, dass man im Krankenhausinformationssystem nachlesen kann, dass (!) ein Patient im KH liegt oder lag - selbst wenn man nicht an die medizinischen Daten kommt - ist schon eine Verletzung der Schweigepflicht. Man stelle sich die Spekulationen vor, der Patient X lag auf der Psychiatrie ... zum Beitrag »
[26.02.2015, 00:05:00]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
@Dr. Gunter Pollanz, vielleicht wäre es wichtiger, vernünftig Medizin zu studieren, 
als mit 14-jährigen zu argumentieren. Meine Kritik war toternst gemeint.
Ich bin zufällig edv-freak, mir gefällt kein einziges der vielen Krankenhaus-Informationssystemen,
die schaffen nicht das was ich ganz alleine mit Excel mache.
Das liegt schlicht daran, dass die Priorität der real existierenden EDV-Systeme abrechnungsorientiert programmiert sind, fast zu 100% von Nicht-Ärzten und daran wird sich auch nichts ändern.
Ich kenne Op-Berichte, die tatsächlich 0 Information enthalten bis auf die beiden Worte Diagnose und Therapie,
alles andere sind nichtssagende z.T. wirklich wohlklingende Textbausteine.
Ihre Rechnerträume in automatischer Diagnose Stellung mit gleich der idealen Therapie sind so falsch wie uralt. Historisch waren die ersten "künstliche Intelligenz"-Anwendungen zufällig medizinische Diagnose Programme.
Sie haben bis heute alle enttäuscht,
aber nicht wegen fehlenden 14-Jährigen, klar "digital natives" schlägt natürlich alles, schon alleine wegen Englisch, für mich immer fast Garantie für fehlenden Tiefgang.
sondern weil diese künstliche Intelligenz-Programme immer nur so erfolgreich waren, wie die medizinischen Superexperten die als Programmierer dahinter standen.
Die haben da allerdings maximal einmal mitgemacht, weil sie halt aktive Mediziner waren und dann wieder ihre Medizin betrieben,
so dass die Programme schnell veralterten, bzw. Fehldiagnosen lieferten und damit unbrauchbar waren.
Die nie sterbende Wunsch nach einem Rechner der dem Doktor überlegen ist, zeigt bei realistischer Analyse
der bisherigen Entwicklung lediglich den Minderwertigkeitskomplex gegenüber dem Rechner.
Sagt ein EDV-und Apple-freak.

mfG zum Beitrag »
[25.02.2015, 10:18:37]
Tobias Neisecke 
Frisch, frei und konstruktiv 
Es hat bisher etwa 40 Stellungnahmen zum Referentenentwurf für ein E-Health-Gesetz gegeben. (Siehe Zusammenstellung hier: http://www.imatics.de/aktuelles/stellungnahme_kommentar_zitat_ehealth_gesetz_referentenentwurf.html) Dieses Essay von 2 Medizinstudierenden sticht meiner Meinung nach heraus: die erste Stellungnahme, die nicht eingefärbt ist durch Partei-, Organisations-, oder Verbandsinteressen.
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[24.02.2015, 12:20:48]
Dr. Gunter Pollanz 
Ironie ist falsch platziert 
Lieber Hr. Kollege Bayerl,
Sie haben - unbeabsichtigt - Recht. Die 14jaehrigen koennen tatsaechlich mt Daten umgehen und verstehen dass wenn Oma oder Opa den Code 'i20' erhaelt dass ein modernes programm sofort versteht dass Angina Pectoris eine Verschreibung eines blutverdickenden Mittels verbietet da dies sofort zum Schlaanfall fuehren koennte. Solche eine Kommunikation zwischen Daten verstehnden Digital Natives (Patient und Arzt) fuehrt zu Verstaendnis und Verbesserung des Arzt/Patienten Verhaeltnisses. Wenn die gematik mit Unterstuetzung der Bundesaerztekammer und des Ministeriums Datenschutz Kriterien einfuehren moechten, die zum IT Verstandnnis 1985 gehoert dann marschieren die Digitalen Natives halt am Gematik-System vorbei. entweder nehmen wir die neue Generation der Digitalen Natives ernst und die arbeiten mit Digitalen Native Aerzten Hand in Hand oder das E-Health Gesetz kostet halt noch einmal 5 milliarden Euro - nur wird sich niemand darum kuemmern da die Welt schon laengst an Gematik und dem E-Health Gesetz vorbeimarschiert ist.
ich lade die 14jaehrigen ein mitzumachen - wenn die 25 sind wissen die genau was mit ihren Daten gemacht wird.  zum Beitrag »
[24.02.2015, 08:17:32]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Wir können ja auch die 14-Jährigen fragen, was "zeitgemäß" ist. 
Die haben zwar von Medizin keine Ahnung, sind aber sicher noch mehr "Digital Natives". zum Beitrag »